Gleisobjekte: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Gleise im Gleisobjekt verbinden sich selbständig, wenn die Referenzpunkte hinreichend nahe beieinander liegen.
 
Die Gleise im Gleisobjekt verbinden sich selbständig, wenn die Referenzpunkte hinreichend nahe beieinander liegen.
  
Warnung: Benachbarte Referenzpunkte verbinden sich manchmal ungewollt.  
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Warnung: Eng benachbarte Referenzpunkte verbinden sich manchmal ungewollt.  
  
 
Gebot: Referenzpunkte mit "offenem Ende" für das Andocken an andere Objekte müssen einen Mindestabstand von 2,2m voneinander aufweisen.
 
Gebot: Referenzpunkte mit "offenem Ende" für das Andocken an andere Objekte müssen einen Mindestabstand von 2,2m voneinander aufweisen.

Aktuelle Version vom 21. Juni 2020, 08:44 Uhr

Begriff

Gleisobjekte sind zusammengesetzte Objekte. Sie vereinen manche Eigenschaften von Immobilien und Gleisstilen (Splines). Gleisobjekte werden zunächst wie Immobilien erstellt. Zu Gleisobjekten werden sie durch zwei Einstellungen:

  • Referenzpunkte: Sie legen die Anfangs- und Endpunkte der enthaltenen Gleise fest.
  • Exporttyp: Beim Export in das 3DM-Format wird ein Typ festgelegt. Hierzu muss im Auswahlfeld eines der Gleisobjekte ausgewählt werden. Gleichzeitig legt man hier fest, ob das Gleisobjekt für Gleise (Gleise/Gleisobjekte), Straßenbahnen (Schiene/Gleisobjekte), Straßen (Strassen/Gleisobjekte) oder Wasserwege (Sonstiges/Gleisobjekte) gelten soll.

Durch spezielle Referenzpunkte mit Nummern > 50 können auch Gleisstil und Gleistyp festgelegt werden.

Enthaltene Gleise

Gleisobjekte sollten in der Regel mehrere Gleise enthalten. Beim Einsetzen in EEP lassen sich Gleisobjekte an bereits bestehende Gleisobjekte oder Splines andocken. Wie bei Splines funktioniert das Andocken immer mit dem Anfang des Gleis, das man gerade verschiebt. Damit nun ein Gleisobjekt (Brücke, Bahnsteig oder was auch immer) mit beiden Enden an bestehende Gleisobjekte oder Splines angedockt werden kann, ist es notwendig, dass die äußeren Positionen im Gleisobjekt die Anfangspunkte der Splines sind. Selbst für ein einfaches, gerades Gleisobjekt ist daher meist sinnvoll, zwei Splines einzubetten, die beide von außen nach innen laufen und sich in der Mitte treffen.

Wenn man in EEP ein neues Gleisobjekt im 2D-Editor einfügt, ist immer der letzte enthaltene Spline aktiv. Damit der Benutzer nun nicht zunächst den aktiven Spline wechseln muss, sollte die Reihenfolge der Splines im Gleisobjekt mit Bedacht gewählt werden:

  • Für ein einfaches, gerades Gleisobjekt sollte der linke Spline als letzter definiert werden.
  • Für (animierte) Weichen sollte der Weichen-Spline als letzter definiert werden.

Referenzpunkte

Für jedes Gleis im Gleisobjekt werden zwei Referenzpunkte benötigt. Es können maximal 25 Gleise in einem Gleisobjekt enthalten sein. Die Referenzpunkte 1 und 2 bestimmen das erste Gleis, die Referenzpunkte 3 und 4 das zweite und so weiter.

Die Anzeige und Pflege der Referenzpunkte erfolgt im Home-Nostruktor über das Menü Objekt - Referenzpunkte. Man kann über die Referenzpunkt-Nr. den Referenzpunkt auswählen, den man bearbeiten möchte. Solange die Referenzpunkte noch nicht angelegt sind, bleiben die Felder im unteren Bereich ausgegraut. Durch Neu legt man den Referenzpunkt mit der angezeigten Nummer an; durch Löschen löscht man in wieder. Die anderen Referenzpunkte bleiben dabei an ihrer Stelle erhalten, d.h. sie rücken nicht auf.

Nachdem die Werte für den jeweiligen Referenzpunkt eingetragen oder geändert sind, ist es wichtig, die Schaltfläche Übernehmen anzuklicken. Durch einen Wechsel auf einen anderen Referenzpunkt verliert man ansonsten die zuvor eingetragenen Werte.

Fußpunkt

Der Fußpunkt ist der Ort des Referenzpunkts relativ zum Nullpunkt des Modells. X- und Y-Werte liegen in der horizontalen Ebene, der Z-Wert bestimmt die Höhe. Die Werte in diesen Felder werden in Zentimetern angegeben, Nachkommastellen werden nicht übernommen.

Richtung

Die Richtung gibt die Richtung des Gleises vor. Hier bilden die X-, Y- und Z-Werte einen normierten Vektor. Normiert bedeutet, dass die Länge 1 ist. Es müssen also Werte so eingegeben werden, dass XRichtung * XRichtung + YRichtung * YRichtung + ZRichtung * ZRichtung = 1 ist. Hier bleiben Nachkommastellen erhalten und werden im Allgemeinen auch benötigt.

Orientierung

Die Orientierung bestimmt die seitliche Neigung des Gleises. Auch hierbei handelt es sich um einen normierten Vektor. Zusätzlich muss dieser Vektor senkrecht auf der Richtung stehen. Also müssen die Werte folgende beiden Bedingungen erfüllen: XOrientierung * XOrientierung + YOrientierung * YOrientierung + ZOrientierung * ZOrientierung = 1 XOrientierung * XRichtung + YOrientierung * YRichtung + ZOrientierung * ZRichtung = 0

Ermittlung zutreffender Werte

Der harte Weg der Mathematiker wäre, sie mit den trigonometrischen Funktionen zu berechnen.

Der bequeme EPPler baut sich eine Mini-Anlage mit genau den Gleisen, die er für das Gleisobjekt braucht, und genau an den richtigen Positionen, speichert diese Anlage ab, öffnet die ANL3-Datei mit einem Editor und liest die Werte über die Dreibeine der Gleise aus. Die ersten drei Vektoren sind der Fußpunkt, die Richtung und die Orientierung; der vierte Vektor wird nicht benötigt. Für die Endpunkte muss die Anlage dazu ggfs. ein oder mehrere zusätzliche Gleise haben.

Solange man in der horizontalen Ebene bleibt, sind die Z-Werte von Richtung und Orientierung immer 0. Zwischen Richtung und Orientierung tauschen in diesem Fall X und Y ihre Werte, wobei einer auch das Vorzeichen wechselt. Welcher das Vorzeichen wechselt, hängt von der Lage im Gleisobjekt ab.

Die Gleise im Gleisobjekt verbinden sich selbständig, wenn die Referenzpunkte hinreichend nahe beieinander liegen.

Warnung: Eng benachbarte Referenzpunkte verbinden sich manchmal ungewollt.

Gebot: Referenzpunkte mit "offenem Ende" für das Andocken an andere Objekte müssen einen Mindestabstand von 2,2m voneinander aufweisen.

Referenzpunkte importieren

Bei komplizierteren Anordnungen von Referenzpunkten lohnt sich der Versuch des Imports. Diese Methode scheint nicht immer ohne unerwünschte Nebenwirkungen zu funktionieren. Es empfiehlt sich, vorher die Verfügbarkeit einer möglicherweise notwendigen Neu-Installation des Home-Nostruktors zu prüfen.

  • Die Gleisgruppe wird in EEP gebaut. Ihr Zentrum sollte im Koordinatenursprung liegen. Auch die Höhe (für den Z-Wert der Referenzpunkte) soll berücksichtigt werden.
  • Die Gleisgruppe wird in EEP als Block abgespeichert.
  • Im Home-Nostruktor wird das Projekt geöffnet/angelegt und das Objekt, das die Referenzpunkte erhalten soll, ausgewählt.
  • Auswahl des Befehls Objekt - Import Objekt.
  • Im Datei-Öffnen-Dialog wird in den Quellordner des abgespeicherten Blocks navigiert und als Dateimaske *.* ausgewählt.
  • Der zuvor abgespeicherte Block wird ausgewählt und per Öffnen importiert.

Jetzt ist das aktuelle Objekt mit den importierten Referenzpunkten versehen. Anschließend empfiehlt sich eine Überprüfung, ob der Home-Nostruktor weiterhin händisch eingetragene Werte unverändert verarbeitet.

Gleistyp festlegen

In einem Gleisobjekt können alle vier Gleistypen verwendet werden. Standard ist das normale Gleis, für das man auch explizit eine 1 eintragen kann. Für normale Weichen verwendet man die 2, für Dreiwegweichen die 3 und für Endgleise die 4. Als Weichenlaternen und Prellböcke erscheinen immer die Objekte, die dem Gleisstil zugeordnet sind.

Den Gleistyp (also 1, 2, 3 oder 4) trägt man in den X-Wert des Referenzpunkts ein, der um 50 größer ist als der Anfangs-Referenzpunkt des Gleises. Für das erste Gleis also Referenzpunkt 51, für das zweite Gleis Referenzpunkt 53 und so weiter. Hinweis: Diese Zählweise unterscheidet sich von der für den Gleisstil!

Gleisstil festlegen

Im Regelfall wird das Gleisobjekt mit dem momentan aktiven Gleisstil eingesetzt. Man kann aber auch einen Gleisstil vorgeben. Für einen einheitlichen Gleisstil im ganzen Gleisobjekt trägt man die Spline-ID des Gleisstils als Y-Wert des Fußpunkts von Referenzpunkt 100 ein. Die Spline-ID kann wieder mithilfe der Versuchsanlage oder einer Liste von Splines (siehe hier) ermittelt werden.

Man kann auch für jedes Gleis einzeln festlegen, welchen Gleisstil es verwenden soll. Hierzu trägt man die Spline-ID als Y-Wert des Fußpunkts in den entsprechenden Referenzpunkt ein, und zwar in Referenzpunkt 101 für das erste Gleis, 102 für das zweite und so weiter. Hinweis: Diese Zählweise unterscheidet sich von der für den Gleistyp! Sobald man den Gleisstil für eines der Gleise festlegt, muss man auch den Gleisstil der anderen Gleise festlegen. Ansonsten erscheinen auch alle anderen Gleise im festgelegten Stil. Für das Festlegen der Gleisstile der anderen Gleise nimmt man entweder den Referenzpunkt 100 oder definiert tatsächlich jeden Gleisstil einzeln.

Es sollte geprüft werden, ob der Einsatz von unsichtbaren Gleisen sinnvoll ist, z. B. bei Erstellung von Baukastenobjekten, die keine Fahrwege darstellen, sondern zum leichteren Zusammenbau als Gleisobjekte konzipiert werden. Die ID für das jeweilige unsichtbare Gleise findet sich hier.

Gleisverbindungen festlegen

Wenn ein Gleisobjekt mehrere Gleisstücke (Splines) enthält, kann man die Verbindungen zwischen diesen bereits im Gleisobjekt festlegen. Tut man dies nicht, erzeugt EEP beim Einfügen des Gleisobjekts die Verbindungen gemäß seiner Abstandsregeln. Wenn mehr als zwei Spline-Anfänge oder -Ende nahe beieinander liegen, besteht hier die Gefahr, dass EEP die "falschen" Splines miteinander verbindet. Und hier zeigt das Festlegen der Gleisverbindungen im Gleisobjekt seine Stärke. Dies ist also vor allem dann notwendig, wenn viele Splines auf engem Raum liegen, beispielsweise bei einer animierten DKW (Doppelkreuzungsweiche).

Die Gleisverbindungen werden mehrfach eingetragen, und zwar jeweils aus Sicht der beteiligten Gleise. Wie für die Gleistypen werden auch hier wieder die Referenzpunkte ab Nummer 51 verwendet:

  • Referenzpunkt 51 enthält im Z-Wert des Fusspunkts die Gleisverbindung des Anfangs des ersten Gleises
  • Referenzpunkt 52 enthält im X-Wert des Fusspunkts die Gleisverbindung des Endes des ersten Gleises (bei Weichen die Verbindung für Geradeaus)
  • Referenzpunkt 52 enthält im Y-Wert des Fusspunkts die Gleisverbindung des Endes des ersten Gleises (nur bei Weichen, Verbindung für Abzweig)
  • Referenzpunkt 52 enthält im Z-Wert des Fusspunkts die Gleisverbindung des Endes des ersten Gleises (nur bei Dreiwegweichen, Verbindung für Co-Abzweig)

Die Verbindungen für das zweite Gleis stehen analog in der Referenzpunkt 53 und 54, für das dritte Gleis in 55 und 56, und so weiter.

Das verbunde Gleis wird durch eine dreistellige Zahl kodiert:

  • Die erste Stelle beschreibt den Anschlusspunkt im Gleis:
    • 1 für den Anfang
    • 2 für das Ende, bzw. die Geradeausstellung einer Weiche
    • 3 für die Abzweigstellung einer Weiche
    • 4 für den Co-Abzweig einer Dreiwegweiche
  • Die letzten beiden Stellen enthalten die Nummer des angeschlossenen Gleises.

Beispiel

Wenn im Referenzpunkt 59 der Z-Wert 201 steht, bedeutet dies:

  • Das 5. Gleis (Referenzpunkte 59 und 60 gehören zum 5. Gleis)
  • ist an seinem Anfang (Referenzpunkt 59 – und nicht 60)
  • mit dem Ende (2xx)
  • von Gleis 1 (x01)

verbunden.

Grenzen/Beschränkungen

  • Das Kopieren der Werte von einem Referenzpunkt in einen anderen ist (noch) nicht möglich.
  • Gleisobjekte können keine Gleisverwindung (= Änderung der Kurvenüberhöhung) enthalten. Eine konstante Neigung ist über eine Orientierung mit Z-Wert ungleich 0 jedoch möglich.
  • Gleisobjekte können keine sogenannte Biegung, also die Änderung der Steigung, enthalten.

(CE1/HW1)

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